Ein Haus zu verkaufen ist eine wichtige Entscheidung. Viele Eigentümer beschäftigen sich damit nur einmal im Leben und wissen deshalb nicht genau, welche Schritte vor dem eigentlichen Verkauf sinnvoll sind.
Soll ich zuerst einen Preis festlegen? Muss ich noch renovieren? Welche Unterlagen brauche ich? Wann sollte ich die Immobilie online stellen? Und brauche ich überhaupt einen Makler?
Gerade in einem veränderten Immobilienmarkt ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Auch die gestiegenen Baufinanzierungszinsen beeinflussen die Kaufentscheidungen vieler Interessenten und damit indirekt auch den erzielbaren Verkaufspreis.
Wer sein Haus in Kaufbeuren oder im Ostallgäu verkaufen möchte, sollte deshalb nicht einfach mit einem Inserat starten, sondern zunächst einige wichtige Punkte klären.
1. Was ist mein Haus aktuell wirklich wert?
Der erste Schritt sollte eine realistische Einschätzung des Marktwerts sein.
Dabei reicht es nicht aus, einfach zu schauen, was ähnliche Häuser im Internet kosten. Angebotspreise sind nicht automatisch Verkaufspreise.
Für die Bewertung spielen unter anderem folgende Faktoren eine Rolle:
- Lage und Mikrolage
- Grundstücksgröße
- Wohnfläche
- Baujahr
- Bauzustand
- Modernisierungen
- energetischer Zustand
- Ausstattung
- Grundriss
- aktuelle Nachfrage
Auch innerhalb von Kaufbeuren können sich die erzielbaren Preise je nach Lage und Objekt deutlich unterscheiden.
Ein zu niedriger Preis verschenkt möglicherweise Geld. Ein zu hoher Preis kann dagegen dazu führen, dass die Immobilie lange am Markt bleibt.
2. Der Angebotspreis sollte zum Markt passen
Viele Eigentümer haben eine bestimmte Preisvorstellung, die sich aus früheren Kaufpreisen, Aussagen von Bekannten oder Angeboten ähnlicher Immobilien ergibt.
Das ist verständlich, aber nicht immer eine gute Grundlage.
Ein Haus, das beispielsweise für 700.000 Euro angeboten wird, ist nicht automatisch 700.000 Euro wert. Entscheidend ist, ob sich am aktuellen Markt tatsächlich Käufer finden, die diesen Preis finanzieren können und wollen.
Gerade die Finanzierung spielt heute eine größere Rolle als noch vor einigen Jahren. Steigende Zinsen können dazu führen, dass Käufer bei einem höheren Kaufpreis deutlich genauer rechnen müssen.
Deshalb sollte der Angebotspreis nicht nur aus Sicht des Verkäufers betrachtet werden, sondern auch aus Sicht des potenziellen Käufers.
3. Muss ich vor dem Verkauf noch renovieren?
Diese Frage wird mir von Eigentümern häufig gestellt.
Die Antwort lautet: Es kommt darauf an.
Nicht jede Renovierung erhöht den Verkaufspreis um den Betrag, der zuvor investiert wurde.
Eine komplett neue Küche oder ein neues Badezimmer können teuer sein, ohne dass sich diese Investition beim Verkauf vollständig wieder herausholt.
Oft sind kleinere Maßnahmen sinnvoller:
- Räume aufräumen
- persönliche Gegenstände reduzieren
- kleinere Reparaturen durchführen
- Garten und Außenbereich pflegen
- Wände bei Bedarf auffrischen
- die Immobilie gründlich reinigen
Entscheidend ist immer die konkrete Immobilie und die zu erwartende Käufergruppe.
4. Welche Unterlagen brauche ich für den Verkauf?
Ein Hausverkauf sollte auch bei den Unterlagen gut vorbereitet sein.
Je nach Immobilie können beispielsweise folgende Dokumente benötigt werden:
- Grundbuchauszug
- Flurkarte
- Baupläne und Grundrisse
- Wohnflächenberechnung
- Energieausweis
- Nachweise über Modernisierungen
- Baubeschreibung
- Informationen zu An- und Umbauten
- gegebenenfalls weitere Objektunterlagen
Je früher fehlende Unterlagen erkannt werden, desto weniger Verzögerungen entstehen später im Verkaufsprozess.
5. Gute Fotos sind beim Verkauf wichtiger als viele Eigentümer denken
Die meisten Interessenten sehen eine Immobilie zunächst online.
Der erste Eindruck entsteht deshalb häufig nicht bei der Besichtigung, sondern bereits auf dem Bildschirm.
Dunkle Handyfotos, unaufgeräumte Räume oder ungünstige Perspektiven können dazu führen, dass Interessenten gar nicht erst weiterklicken.
Professionelle Immobilienfotos sollten die Immobilie realistisch und gleichzeitig ansprechend darstellen.
Auch der Grundriss, eine verständliche Beschreibung und ein vollständiges Exposé gehören zu einer professionellen Vermarktung.
6. Wer sind die richtigen Käufer?
Nicht jedes Haus spricht dieselbe Zielgruppe an.
Ein großes Einfamilienhaus mit Garten kann für eine Familie interessant sein. Eine kleinere Immobilie kann dagegen eher für Paare oder andere Käufergruppen geeignet sein.
Deshalb sollte die Vermarktung zur Immobilie passen.
Auch die Finanzierungsmöglichkeiten der jeweiligen Zielgruppe spielen eine Rolle.
Je genauer klar ist, welche Käufer angesprochen werden sollen, desto gezielter kann die Vermarktung erfolgen.
7. Besichtigungen sollten gut vorbereitet sein
Wenn die ersten Anfragen eingehen, beginnt für viele Eigentümer der nächste große Zeitaufwand.
Telefonate, E-Mails, Terminabstimmungen und Besichtigungen können schnell viele Stunden in Anspruch nehmen.
Dabei sind nicht alle Interessenten automatisch ernsthafte Kaufinteressenten.
Eine strukturierte Vorbereitung hilft dabei, die Zahl der Besichtigungen auf die Interessenten zu konzentrieren, bei denen ein tatsächliches Kaufinteresse und die grundsätzlichen Voraussetzungen vorhanden sind.
8. Warum die ersten Wochen nach dem Verkaufsstart wichtig sind
Eine Immobilie sollte möglichst nicht einfach mit einem hohen Preis online gestellt werden, um anschließend abzuwarten.
Gerade die erste Zeit am Markt liefert wichtige Rückmeldungen.
Wie viele Anfragen kommen?
Wie viele Besichtigungen werden vereinbart?
Wie reagieren Interessenten auf den Preis?
Welche Fragen werden immer wieder gestellt?
Diese Rückmeldungen können zeigen, ob die Immobilie richtig positioniert ist.
Wenn eine Immobilie über längere Zeit angeboten wird und mehrfach der Preis reduziert werden muss, kann das bei Interessenten Fragen aufwerfen.
Deshalb sollte die Verkaufsstrategie bereits vor der Veröffentlichung feststehen.
9. Haus selbst verkaufen oder einen Makler beauftragen?
Natürlich kann ein Eigentümer sein Haus grundsätzlich auch selbst verkaufen.
Die Frage ist vielmehr, wie viel Zeit, Fachwissen und Aufwand dafür notwendig sind.
Ein professioneller Verkauf umfasst deutlich mehr als das Erstellen einer Anzeige.
Dazu gehören unter anderem:
- Marktwertermittlung
- Vorbereitung der Unterlagen
- professionelle Präsentation
- Vermarktung
- Bearbeitung der Interessenten
- Durchführung von Besichtigungen
- Prüfung der Voraussetzungen der Käufer
- Verhandlung
- Vorbereitung auf den Notartermin
- Begleitung bis zum Abschluss
Gerade wenn Eigentümer beruflich stark eingebunden sind oder nicht in der Nähe der Immobilie wohnen, kann professionelle Unterstützung viel Zeit sparen.
10. Der Verkauf beginnt lange vor dem Notartermin
Ein erfolgreicher Hausverkauf entsteht nicht erst bei der Kaufvertragsunterzeichnung.
Die entscheidenden Weichen werden häufig bereits vorher gestellt:
Ist der Preis realistisch?
Ist die Immobilie gut präsentiert?
Sind die Unterlagen vollständig?
Wird die richtige Käufergruppe angesprochen?
Wie werden Anfragen und Besichtigungen organisiert?
Und wie wird mit Preisverhandlungen umgegangen?
Je besser diese Punkte vorbereitet sind, desto strukturierter kann der eigentliche Verkaufsprozess ablaufen.
Haus verkaufen in Kaufbeuren und im Ostallgäu
Wer ein Haus in Kaufbeuren oder im Ostallgäu verkaufen möchte, sollte den lokalen Markt berücksichtigen.
Kaufbeuren, Neugablonz, Oberbeuren, Hirschzell oder die umliegenden Gemeinden haben unterschiedliche Lagen und Immobilienstrukturen.
Auch innerhalb einer Gemeinde können Grundstück, Wohnlage, Baujahr und Zustand einen erheblichen Unterschied machen.
Ein pauschaler Quadratmeterpreis reicht deshalb nicht aus, um den Wert eines einzelnen Hauses zuverlässig einzuschätzen.
Sie möchten Ihr Haus in Kaufbeuren verkaufen?
Wenn Sie darüber nachdenken, Ihr Haus oder Ihre Wohnung in Kaufbeuren oder im Ostallgäu zu verkaufen, sollten Sie zunächst wissen, welcher Verkaufspreis am aktuellen Markt realistisch ist.
Ich unterstütze Eigentümer bei der Marktwertermittlung, der Vorbereitung und der professionellen Vermarktung ihrer Immobilie.
Dabei geht es nicht darum, den höchstmöglichen Wunschpreis auf ein Inserat zu schreiben. Entscheidend ist eine Strategie, die zum Objekt, zum Markt und zu den potenziellen Käufern passt.
Sie möchten wissen, was Ihre Immobilie aktuell wert ist oder überlegen, Ihre Immobilie zu verkaufen? Sprechen Sie mich gerne unverbindlich an.
Karsten Kriebel
REMAX ImmoPoint Kaufbeuren