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Warum Käufer heute ganz anders rechnen als noch vor fünf Jahren

Viele Käufer orientieren sich noch an den Immobilienpreisen der Niedrigzinsphase. Warum heute oft erst der Banker zeigt, was 100.000 Euro mehr Kaufpreis tatsächlich bedeuten.
100.000 Euro mehr Kaufpreis wirken auf den ersten Blick überschaubar. Bei der Finanzierung machen sie jedoch oft den entscheidenden Unterschied.

In den letzten Monaten fällt mir bei Besichtigungen immer wieder das Gleiche auf.

Viele Kaufinteressenten haben die Immobilienpreise aus der Niedrigzinsphase noch im Kopf. Damals wurden Häuser und Wohnungen oft innerhalb weniger Tage verkauft und ein etwas höherer Kaufpreis spielte für viele Käufer eine eher untergeordnete Rolle.

Heute ist das anders.

Der Aha-Moment kommt oft erst bei der Bank

Viele Interessenten denken zunächst: „Ob die Immobilie nun 500.000 oder 600.000 Euro kostet, wird schon irgendwie machbar sein.“

Spätestens beim Finanzierungsgespräch kommt dann häufig die Ernüchterung.

Der Banker rechnet die Finanzierung durch und zeigt, was 100.000 Euro mehr Kaufpreis heute tatsächlich bedeuten.

Während in der Niedrigzinsphase oft weniger als 1 % Zinsen bezahlt wurden, liegen viele Finanzierungen heute eher bei rund 4 %.

Allein dadurch entstehen für dieselben 100.000 Euro rund 250 Euro höhere Zinskosten pro Monat. Eine Tilgung ist dabei noch gar nicht berücksichtigt. Kommt beispielsweise eine Tilgung von 2 % hinzu, steigt die monatliche Belastung nochmals deutlich.

Spätestens dann beginnen viele Käufer neu zu rechnen.

Käufer vergleichen heute viel genauer

Das merke ich bei nahezu jeder Besichtigung im Raum Kaufbeuren und Ostallgäu.

Interessenten fragen genauer nach als noch vor einigen Jahren.

  • Ist der Kaufpreis realistisch?
  • Welche Renovierungen stehen an?
  • Wie alt ist die Heizung?
  • Welche Kosten kommen in den nächsten Jahren noch dazu?

Die Entscheidung wird heute deutlich nüchterner getroffen als noch vor fünf Jahren.

Was bedeutet das für Eigentümer?

Natürlich möchte jeder Eigentümer den bestmöglichen Preis erzielen. Das ist völlig verständlich.

Dennoch beobachte ich immer wieder, dass manche Verkäufer ihre Preisvorstellung noch an den Boomjahren orientieren.

Der Markt hat sich jedoch verändert.

Nicht weil Immobilien plötzlich weniger gefragt wären, sondern weil Käufer heute wesentlich genauer rechnen müssen.

Ein realistischer Angebotspreis sorgt deshalb häufig für mehr Besichtigungen, mehr Interessenten und am Ende oft sogar für das bessere Verkaufsergebnis.

Mein Fazit

Wer heute eine Immobilie in Kaufbeuren oder im Ostallgäu verkaufen möchte, sollte die aktuelle Finanzierungssituation der Käufer nicht unterschätzen.

Der richtige Angebotspreis entscheidet heute mehr denn je darüber, ob eine Immobilie schnell verkauft wird oder monatelang am Markt bleibt.

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